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Immer wieder aufstehen, wohin der Weg auch führt

Autorenbild: Robert Nef
Robert Nef
5. Sept.
3 Min. Lesezeit

Verloren hat der, der fällt und nicht mehr aufsteht. Kommt Dir das bekannt vor?


Mehr als irgendwo sonst lässt sich dieser Spruch auf das Unternehmertum anwenden. Denn nirgendwo sonst bist Du in einem Umfeld, dass DU bestimmst. DU gibst die Richtung vor, DU entscheidest über die nächsten Schritte und am Schluss trägst auch DU die Verantwortung.


Nicht jeder Entscheid führt zum erklärten Ziel. Manche Entscheidungen erweisen sich als Fehler. Sie können uns aus dem Gleichgewicht bringen. Und wenn Du fällst, raubt es Dir sehr viel mehr Kraft, als wenn Du stehen bleibst. Jeder Fall bedeutet eine Anstrengung, um wieder auf die Beine zu kommen.


Fallen ist nicht schwer. Aufstehen umso mehr...

Beim Zurückblicken auf meine unternehmerische Tätigkeit bin ich mehr als einmal von den Füssen geholt worden. Und wenn ich jeden einzelnen dieser Stürze betrachte, stelle ich fest, dass das Aufstehen von Mal zu Mal schwerer wurde.


Darum stellt sich die Frage: Warum das Ganze? Warum Unternehmertum?


Da gibt's viele Gründe. Freiheit, Unternehmergeist, Neues schaffen... Aber eigentlich geht es uns doch immer um das Gleiche.

Leben. Oder manchmal überleben.

Denn ob man in einem Angestelltenverhältnis oder selbstständig ist, am Schluss geht es darum, seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.


Ich hatte viele Phasen, in denen ich nicht mehr wusste, wie ich die nächste Miete bezahlen sollte. Phasen in denen ich mich hinterfragte, warum gerade ich diesen Kampf führen muss.


Wenn es nicht mehr einfach darum geht, dass man noch weitere sechs Monate warten muss, bis man das neue Geschäftsauto kaufen oder sich das neue Mobiliar leisten kann, sondern vielmehr darum, ob man seine Angestellten bezahlen kann, geht das gewaltig an die Substanz.


Und wenn ich den Gedanken weiterspinne, dass jeder von uns sein Leben finanzielle tragen muss oder darf, dann ist der Weg der Selbstständigkeit nicht immer linear.


Manchmal müssen Alternativen her.


In einem meiner letzten Artikel beschrieb ich den Unternehmergeist, der in allen von uns lebt. Für mich bedeutet er, zu agieren. Nicht zu reagieren. Und Tatsachen zu akzeptieren, die unumstösslich sind.


Darum bedeutet für mich "wieder aufstehen", nicht dorthin zurückzukehren wo man war. Für mich bedeutet es vielmehr, einen neuen Weg einzuschlagen. Einen Weg, den man vorher nicht gesehen hat, vielleicht nicht einmal sehen wollte.


Jetzt erst recht. Aufstehen. Nicht einfach weitermachen.
Jetzt erst recht! Nach Rückschlägen wieder Aufstehen. Nicht einfach weitermachen.

Jetzt erst recht!


"Jetzt erst recht" bedeutet für mich nicht, dass ich nach einem Rückschlag einfach wieder dort weitermache, wo ich aufgehört habe. Es bedeutet auch nicht, dass ich unbedingt beweisen muss, dass ich es doch noch schaffe.


Es bedeutet vielmehr: Ich nehme an, was passiert ist. Ich kann es nicht mehr ändern. Aber ich kann entscheiden, was ich daraus mache.


Ich kenne diese Momente sehr gut. Ich bin gefallen und manchmal regelrecht in idesem Loch liegen geblieben. Habe mich im Elend gesuhlt, mich hinterfragt, Entscheidungen analysiert und mich gefragt, warum ausgerechnet ich diesen Weg gehen muss.


Bis irgendwann dieser Impuls kam: "Jetzt erst recht."


Nicht als Trotz und auch nicht als Wut. Sondern als Entscheidung.


Eine... Oder besser: die Entscheidung, wieder aufzustehen.


Und mit jedem Aufstehen habe ich etwas verstanden: Ich musste nicht zurück. Ich musste weiter.


Vielleicht ist das einer der grössten Unterschiede zwischen Aufstehen und Weitermachen.


Weitermachen bedeutet, den bisherigen Weg fortzusetzen. Aufstehen bedeutet, wieder in Bewegung zu kommen.


Wohin diese Bewegung führt, weiss man dabei nicht immer. Aber vielleicht muss man das auch gar nicht. Denn manchmal führt der Weg, der nach einem Sturz vor einem liegt, an einem Ort, den man vorher gar nicht kannte. Vielleicht sogar an einem Ort, an den man ohne diesen Sturz nie gelangt wäre.


Und so ist "Jetzt erst recht" für mich heute kein Satz mehr, mit dem ich mich gegen das Leben stemme.


Es ist eine Haltung.


Eine Haltung, die sagt: Ich bin gefallen.


Es hat wehgetan.


Vielleicht hat es mich verändert.


Aber ich stehe wieder auf.


Und ich gehe weiter.


Wohin auch immer der Weg führt.

 
 
 

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